Susanne Klingenstein präsentiert Chaim Grades „Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948“
Di., 16.06.2026
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- 20:30
Uhr
Im August 1948 begegnen sich zwei Jugendfreunde zufällig in Paris. In den 1920er Jahren studierten sie auf einer Jeschiwa in Bialystok. Der eine verließ die Talmudschule 1930, um Schriftsteller zu werden, der andere blieb. Beide überlebten den Krieg unter schwierigen Umständen. In Paris sind sie vor die Frage des Weiterlebens „danach“ gestellt. Achtzig Millionen Tote und grauenhafte Handlungen von Menschen an Menschen scheinen radikales Umdenken zu fordern. Der Schriftsteller kann nicht fassen, dass Hirsch nach der Ermordung von sechs Millionen Juden, unter ihnen eine Million Kinder, noch fester an Gott glaubt, ja sogar eine Jeschiwa leitet. Hirsch hingegen kann nicht begreifen, dass Chaim, der Schriftsteller, noch immer an die Menschheit glaubt. Ein Streitgespräch entflammt, hart, werbend, bewegend, unerbittlich. Es hat für unsere Gegenwart nichts an Aktualität verloren.
Die Übersetzerin Susanne Klingenstein präsentiert den Text Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948 von Chaim Grade und lädt ein zum Gespräch. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Heilbronn statt und wird moderiert von Literaturhausleiter Dr. Anton Knittel.
Chaim Grade, geboren 1910 in Wilna, gilt als einer der führenden jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1941, mit der deutschen Besetzung von Wilna, floh er in die Sowjetunion, seine Frau und seine Mutter wurden umgebracht. 1946 ging Grade nach Paris und veröffentlichte mehrere Gedichtbände in jiddischer Sprache. 1948 emigrierte er in die USA. Er starb 1982.
Susanne Klingenstein, geboren 1959 in Baden-Baden, ist Research Fellow am Zentrum für Jüdische Studien an der Harvard University. Sie veröffentlichte Studien zur Identitätsbildung jüdischer Literaturwissenschaftler, übersetzte bedeutende Erzählungen aus dem Jiddischen, schrieb ein Buch über Martin Walser und zuletzt die Studie Mendele der Buchhändler. Leben und Werk des Sholem Yankev Abramovitsh. Eine Geschichte der jiddischen Literatur zwischen Berdichev und Odessa, 1835-1917.
Tickets für 10 € unter: www.diginights.com/literaturhaus oder an der Abendkasse. Mitglieder des Fördervereins „Freunde des Literaturhauses Heilbronn e. V.“ zahlen den ermäßigten Eintritt von 8 €. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis zahlen gegen Vorlage eines gültigen Nachweises 3 €. Alle Ticketpreise zzg. Vvk-Gebühr.
Literaturhaus Heilbronn - Leiter: Dr. Anton Philipp Knittel
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