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Veranstaltungen und Mediathek

Tipp

Für alle Veranstaltungen des Literaturhauses Heilbronn gilt auf dem gesamten Veranstaltungsgelände weiterhin die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Wir bitten Sie außerdem darum, nach Möglichkeit Abstand zu halten. Mehr Informationen zu den derzeitigen Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg finden Sie gerne hier

Juli

Mai

19 Uhr

Marina Zwetajewa (1892-1941), die bedeutendste russische Dichterin neben Anna Achmatowa, ist eine der großen Liebesdichterinnen der Weltliteratur, eine Liebende voller »Maßlosigkeit in einer auf Maß bedachten Welt«. Dass sie dem uralten Gegenstand völlig neue, unerhörte Klänge - und Klagen - abgewinnt, macht sie zu einem poetischen Phänomen. Ihre Gedichte sind an Frauen wie an Männer gerichtet, das Thema Liebe und Leidenschaft ist bei ihr universal.

Wer aber in Marina Zwetajewas Liebesgedichten Idyllen sucht, muss fehlgehen. Sie sind oft eine Abrechnung mit der Liebe und mit sich selbst - schonungslos, unerschrocken. In einem Brief nennt sie die Liebe »das grausamste Spiel zum Krallenschärfen gegen sich selbst«.

Der Band umfasst über hundertfünfzig Gedichte Marina Zwetajewas - viele davon erstmals in deutscher Übersetzung. In seinem Essay wagt Ralph Dutli einen neuen Blick auf die poetische, existentielle und erotische Radikalität dieser Dichterin.

Ralph Dutli, geb. 1954 in Schaffhausen (Schweiz), studierte Romanistik und Russistik in Zürich und Paris (Sorbonne), lebt seit 1994 in Heidelberg. Er ist Romanautor, Lyriker, Essayist, Biograph, Übersetzer und Herausgeber. Im Wallstein Verlag erschienen seine Romane „Soutines letzte Fahrt“ und „Die Liebenden von Mantua“, eine Trilogie französischer mittelalterlicher Poesie des 13. Jahrhunderts („Fatrasien“; „Das Liebesbestiarium“; „Winterpech & Sommerpech“) sowie seine „Kleinen Kulturgeschichten“ zu Olivenbaum („Liebe Olive“), Honigbiene („Das Lied vom Honig“) und Gold („Das Gold der Träume“). Außerdem der Band „Mandelstam, Heidelberg“ mit Jugendgedichten des russischen Dichters Ossip Mandelstam und der Band der Liebesgedichte von Marina Zwetajewa („Lob der Aphrodite“).

Für seine Vermittlung moderner russischer Lyrik erhielt Ralph Dutli den Johann-Heinrich-Voß-Preis 2006 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, für seinen Roman „Soutines letzte Fahrt“, der in mehrere europäische Sprachen übersetzt und für den Deutschen wie für den Schweizer Buchpreis nominiert war, den Rheingau Literaturpreis 2013 und den Preis der LiteraTour Nord 2014, sowie den Düsseldorfer Literaturpreis 2014 für sein literarisches Gesamtwerk, den Erich Fried Preis 2018 und den Deutschen Sprachpreis 2021 der Henning-Kaufmann-Stiftung.

Diese Veranstaltung ist Teil der Baden-Württembergischen Übersetzertage.“

Eintritt frei. Verbindliche Anmeldung über Diginights: www.diginights.com/uebersetzertage

15 Uhr

Oh, wie schön ist Panama, „Panama“, sagte der kleine Bär, „ist unser Traumland, denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Nicht wahr, Tiger?“ Der kleine Tiger und der kleine Bär sind dicke Freunde, und sie fürchten sich vor nichts, weil sie zusammen wunderbar stark sind. In ihrem Haus am Fluss haben sie es gemütlich. Doch eines Tages machen sie sich auf nach Panama. Dieser Kinderbuchklassiker von Janosch wird von Helga Fleig vom Theater FF in Heilbronn wunderbar vorgelesen.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Haus der Familie Heilbronn.

Eintritt: 5 Euro

Tickets und Anmeldung unter: www.hdf-hn.de 

19 Uhr in der Sparkasse Heilbronn, "Unter der Pyramide"

In der Reihe "Euopa am Scheideweg?"

Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermanis Reise, im Auftrag des „Spiegel“, führt entlang den Gräben, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von Köln, seiner Heimatstadt, nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird.

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie des 1. FC Köln. Von 2000 bis 2003 war er Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, von 2009 bis 2012 Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Das Jahr 2008 verbrachte er als Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er hielt die Poetikvorlesungen in Frankfurt, Göttingen und Mainz; Gastprofessor war er an der Universität Frankfurt, an der Kunsthochschule für Medien in Köln sowie am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten. Für seine Romane, Essays, Reportagen und Monographien erhielt Navid Kermani unter anderem den Kleist-Preis, den Hölderlin-Preis, den Joseph Breitbach-Preis sowie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
 

Moderation: Dr. Anton Knittel

Anton Knittel, geboren 1961, Studium der Germanistik und katholischen Theologie in Tübingen und Wien; Promotion; zahlreiche Publikationen zur Literatur vom 17. Jh. bis zur Gegenwart; Leiter des Literaturhauses Heilbronn.

Eintritt frei: Eintrittskarten gibt es online unter www.ksk-hn.de/veranstaltungen, über das Kunden Center der Kreissparkasse Heilbronn Tel. 0800 1620500 (kostenlos) oder in allen Filialen der Kreissparkasse Heilbronn. Einlass 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

19 Uhr

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Heilbronn lädt der Verkehrsverein Heilbronn zu einem Wein-Lese-Abend der besonderen Art. Neben einer Weinprobe mit edlen Tropfen aus dem Weingut G.A. Heinrich liest der mehrfach ausgezeichnete Tübinger Autor Joachim Zelter aus seinen Romanen „Die Würde des Lügens“ und „Im Feld“. Der im Jahr 2000 erschienene Roman „Die Würde des Lügens“ wurde noch im selben Jahr mit dem Thaddäus-Troll-Preis und der Fördergabe der Internationalen Bodensee-Konferenz ausgezeichnet. Er liest sich heute wie die literarische Vorwegnahme des Kinofilms Good Bye Lenin, während Zelters „Im Feld“ eine gesellschaftspolitische Parabel auf unsere Leistungsgesellschaft ist.

Joachim Zelter, 1962 in Freiburg im Breisgau geboren, war von 1990 bis 1997 Dozent für englische und deutsche Literatur an den Universitäten Tübingen und Yale. Seither lebt er als freier Schriftsteller in Tübingen. Er ist Autor von Romanen, Theaterstücken und Hörspielen.

Tickets hier erhältlich (Der Preis beinhaltet auch vier Weinproben, Mineralwasser und einen Antipasti-Teller mit frischen Backwaren)

15 Uhr

Ein ganz normales Dorf in Deutschland: in der Mitte ein Kreisel, daneben die Volksbank und im September das alljährliche Zwiebelfest. Aber nicht alle hier können sich dem Dorfgefüge anpassen – Timo, Valerie und Richard sind seit ihrer Geburt Außenseiter. Als allmählich immer mehr junge Leute im ganzen Land spurlos verschwinden und in den Familien große Lücken hinterlassen, machen sie sich auf die Suche nach den Vermissten. Das Leben der drei ist schon immer besonders gewesen, doch sie haben keine Vorstellung davon, was sie mit ihrer Suche lostreten. Ein überbordender, mutiger und schriller Roman über die deutsche Provinz und das Anderssein in einem Umfeld, in dem Anderssein nicht vorgesehen ist.

Sven Pfizenmaier, geboren 1991 in Celle, studierte Deutsche und Englische Philologie in Berlin. Er war Kandidat beim open mike 2018 und Stipendiat der Literaturwerkstatt Graz 2020. Sein Roman Draußen feiern die Leute war für den Debütpreis der lit.COLOGNE 2022 nominiert. Sven Pfizenmaier wohnt in Berlin.

Eintritt 10 € über Diginights

19 Uhr

Der Name „Kassandra“ ist Chiffre für einen unserer größten Verhaltensdefekte – unsere Unfähigkeit oder Unwilligkeit berechtigte Warnungen wahrzunehmen. Warum sonst
hätte man in der „Ilias“, der Basisgeschichte Europas, diese Figur eingeführt: eine Seherin, die die Gefährdung klar erkennt, der aber keiner Glauben schenkt. Weil sie
seither völlig zu Unrecht den Ruf einer Unheilsbotin hat, steht sie im Zentrum des Vortrags: Ihre Voraussagen waren richtig – die Reaktionen darauf waren falsch. Wir sind
seither nicht sonderlich klüger geworden. Die Geschehnisse im Vorfeld des Ukraine-Krieges beweisen es. Es ist an der Zeit, dass wir von der Literatur lernen, um Fake-
News von Fakten unterscheiden und mit den Schwierigkeiten der Vorausschau besser umgehen zu können.

Jürgen Wertheimer, bis 2015 Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen. Seit 2017 Leitung des „Projekt(s) Cassandra“ zur Früherkennung von Krisen durch Literaturauswertung und Autor zahlreicher Bücher zur europäischen Kulturgeschichte. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit der
Reinhold-Maier-Stiftung.

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich unter E-Mail: literaturhaus@heilbronn.de oder Telefon: 07131 56-2668

Juni

20 Uhr

Was ist los mit uns? Und was weiß ein Mensch von einem Tier zu schreiben? Mara-Daria Cojocarus Gedichte sind ebenso vorsichtige wie eindringliche Antwortversuche. Sie legen Zeugnis ab von den Konflikten zwischen Menschen und Tieren, die immer auch dort entstehen, wo sich der Mensch seiner eigenen Tierlichkeit nicht sicher ist. 'Es ist das / Alte Halsband Angst, nicht Mensch, nicht / Tier zu sein' - schreibt sie. Auch die Alternative - Gott zu sein oder zu spielen - scheint auf; oder was sonst mag es mit dem zwielichtigen Herrn Goselmanu auf sich haben, der durch den Band führt? Mara-Daria Cojocaru entwirft eine neue Arten- und Beziehungskunde im Spiel mit Fachsprachen und poetischen Formen, die zum Nachforschen und Einfühlen gleichermaßen einladen, bis die Leserin, unverhofft, ihre Verwandtschaft mit dem Regenwurm entdeckt: „Er Erdwurm/Urmund/Du auch/Erdenwurm.“

Mara-Daria Cojocaru, geboren 1980 in Hamburg, lebt als Schriftstellerin und Philosophiedozentin in England und widmet sich vor allem tierethischen und -politischen Themen. Für ihre vielfach übersetzen Gedichte erhielt sie 2017 den Kunstförderpreis Bayern in der Sparte Literatur, 2021 erreichte sie den zweiten Platz beim Lyrikpreis Meran und wurde mit dem Deutschen Preis für Nature Writing sowie dem Lyrikpreis des Mondseelandes ausgezeichnet.

Eintritt 10 €

Die Veranstaltung muss krankheitsbedingt leider entfallen.

19 Uhr

Vic freut sich auf die Reise mit Karl, ein paar Tage raus aus der Stadt, nur sie beide. Doch dann fährt Karl mit seiner Ex-Freundin und der gemeinsamen Tochter an die Ostsee und reagiert nicht auf Vics Nachrichten. Das erträgt sie nicht. Sie steigt aufs Fahrrad und fährt los. Ihm nach? Zunächst entlang von Kanälen, Seen, durch Wälder. Eine Übernachtung auf einem Campingplatz, eine Begegnung, zwischendurch der Blick aufs Telefon und weiter durch eine Landschaft, die immer fremder wird. Das Fell ist die Geschichte einer Kränkung und einer Verwandlung: Etwas verändert sich in Vic, etwas Unheimliches kommt zum Vorschein. Und ganz oben in ihrem Rucksack liegt ein Stein. In ihrem Debütroman erzählt Maren Wurster das Ende einer Liebe als Naturereignis.

Maren Wurster, geboren 1976 in Filderstadt, studierte Philosophie in Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2017 erschien ihr Roman Das Fell, 2021 folgte ihr Memoir Papa stirbt, Mama auch. Maren Wurster ist Teil des Autorinnenkollektivs „Writing with CARE/RAGE“. Sie lebt mit ihrem Sohn im Wendland.

Eintritt: 10 € über Diginights

15 Uhr

Marie, Mitte vierzig, attraktiv. Nach einigen Irrungen und Wirrungen in der Liebe hat sie sich in eine ruhige Kleinstadt im Süden zurückgezogen und beschlossen, fortan seelisch unverletzt zu bleiben und keine Lebensrisiken mehr einzugehen. Eines Tages erhält sie einen drängenden Anruf der Schwestern aus dem Pflegeheim ihrer Mutter: Die hochbetagte Frau liege im Sterben und wünsche sich so sehr, ihre Tochter noch einmal zu sehen. Marie war schon lange nicht mehr daheim, einem Wallfahrtsort am Niederrhein, denn das Verhältnis von Mutter und Tochter war immer ein gestörtes, kompliziertes.

Die Reise wird für Marie zu einer aufwühlenden Fahrt in die Vergangenheit, auch in die der Mutter. Gleichsam blättern sich zwei Lebensbücher auf. Erst zum Schluss finden beide das wieder Verbindende.

Bernadette Schoog, geboren in Kevelaer, studierte Kommunikations- und Literaturwissenschaften in Aachen und Freiburg, erste berufliche Erfahrungen als Dramaturgin am Bochumer Schauspielhaus unter Claus Peymann, danach in München und Basel. Ab Mitte der 1990er Jahre moderierte sie verschiedene Fernsehformate für ARD und SWR und lehrt seit Jahren Interviewführung und Präsentation am Seminar für Allgemeine Rhetorik in Tübingen. Seit 2008 führt sie eigene Gesprächsreihen mit Prominenten, z.B. „Schoog im Dialog“. Autorin mehrerer Biografien aus der Kunstszene, etwa über Reinhold Würth, Frieder Burda, den Designer Peter Schmidt, das Brücke-Museum Berlin. Bernadette Schoog ist Mitglied im deutschen PEN.

Eintritt 10 € über Diginights

19 Uhr

Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin, beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten. In ihrem Buch erzählt sie ihre persönliche Geschichte und verbindet sie mit gesellschaftspolitischem Nachdenken. Ein hochaktuelles Buch, das drängende gesellschaftspolitische Fragen stellt und Visionen davon entwickelt, wie wir Gelerntes verlernen und Miteinander anders denken können: indem wir einander Räume schaffen, Sprache finden und uns mit Offenheit und Neugier begegnen.

Eine Kooperation mit dem Literaturhaus Heilbronn im Rahmen des Sommers der Vielfalt

Eintritt: 10 €, Tickets sind hier erhältlich

 

Weitere Termine 2022

In der Reihe "Lyrik von Frauen"

19 Uhr

»Es ist für ein Weib sehr gefährlich zu dichten… « schreibt Clemens Brentano. In der Zeit der Romantik kommen dennoch immer Dichterinnen zu Wort. Bettina von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff, Karoline von Günderode – das sind nur drei Namen, die dafür stehen. Ihre Texte folgen den literarischen Vorstellungen ihrer Zeit: Sie zeigen Ich-Bewusstsein, soziales Engagement, sind sehnsüchtig oder religiös motiviert. In keiner Zeit zuvor gab es mehr Frauen im Kulturbetrieb. Und mit dem wachsenden Selbstbewusstsein von Frauen tun sich offensichtlich manche Männer immer noch schwer …

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Heilbronn.

Eintritt: 5 Euro

Anmeldung bei der KEB: Tel. 07131 741-1101 oder keb.heilbronn@drs.de