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Susanne Klingenstein zu Gast im Literaturhaus

Dienstag, 16. Juni, 19 Uhr: Übersetzerin stellt Text von Chaim Grade vor.

Am Dienstag, dem 16. Juni, um 19 Uhr präsentiert die Übersetzerin Susanne Klingenstein im Literaturhaus am Trappensee ihre kürzlich erschienene Übertragung von Chaim Grades Memoire „Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948“ und lädt ein zum Gespräch. Chaim Grade ist einer der bedeutendsten jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 

1948 begegnen sich die Jugendfreunde Chaim Grade und Hirsch Rasejner zufällig in Paris. In den 1920er Jahren studierten sie auf einer Jeschiwa in Bialystok. Beide überlebten den Krieg unter schwierigen Umständen. In Paris sind sie vor die Frage des Weiterlebens „danach“ gestellt. Der Schriftsteller Chaim Grade kann nicht fassen, dass Hirsch Rasejner nach der Ermordung von sechs Millionen Juden noch fester an Gott glaubt, ja sogar eine Jeschiwa leitet. Hirsch hingegen kann nicht begreifen, dass Chaim noch immer an die Menschheit glaubt. Es entflammt ein unerbittliches, hartes und bewegendes Streitgespräch, das für unsere Gegenwart nichts an Aktualität verloren hat.

Die Lesung findet im Rahmen der Reihe „Über Gott und die Welt sprechen“ in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Heilbronn statt und wird von Literaturhausleiter Dr. Anton Knittel moderiert. 

Tickets für 10 € unter: www.diginights.com/literaturhaus oder an der Abendkasse. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis zahlen gegen Vorlage eines gültigen Nachweises keinen Eintritt. Alle Ticketpreise zzg. Vvk-Gebühr.

Chaim Grade, geboren 1910 in Wilna, gilt als einer der führenden jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1941, mit der deutschen Besetzung von Wilna, floh er in die Sowjetunion, seine Frau und seine Mutter wurden umgebracht. 1946 ging Grade nach Paris und veröffentlichte mehrere Gedichtbände in jiddischer Sprache. 1948 emigrierte er in die USA. Er starb 1982.
Susanne Klingenstein, geboren 1959 in Baden-Baden, ist Research Fellow am Zentrum für Jüdische Studien an der Harvard University. Sie veröffentlichte Studien zur Identitätsbildung jüdischer Literaturwissenschaftler, übersetzte bedeutende Erzählungen aus dem Jiddischen, schrieb ein Buch über Martin Walser und zuletzt die Studie „Mendele der Buchhändler. Leben und Werk des Sholem Yankev Abramovitsh. Eine Geschichte der jiddischen Literatur zwischen Berdichev und Odessa, 1835-1917“.