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„Keinen Pfennig für den Fürsten!“

Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, Literaturhaus: Vortrag mit Prof. Dr. Schnabel

Der Heilbronner Historiker Prof. Dr. Thomas Schnabel (Universität Heidelberg) und langjährige Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg hält am Freitag, dem 26. Juni, um 19 Uhr im Literaturhaus am Trappensee einen Vortrag über den Volksentscheid zur Fürstenenteignung von 1926. Immer wieder gibt es in der Bundesrepublik Forderungen nach mehr direkter Demokratie auch auf Bundesebene. Der Parlamentarische Rat hat dies jedoch aufgrund der Erfahrungen der Weimarer Republik im Grundgesetz ausgeschlossen.

In der Weimarer Republik kam es nämlich zu zwei erfolglosen Volksentscheiden, einmal von links (Fürstenenteignung 1926) und einmal von rechts (Gegen den Youngplan 1929). Heute ist der Volksentscheid gegen den Youngplan sehr viel bekannter als der sehr viel erfolgreichere zur Fürstenenteignung. Dabei ging es um die Vermögensauseinandersetzungen mit den ehemals regierenden Fürsten der deutschen Bundesstaaten, die mit Hilfe monarchistisch eingestellter Gerichte Millionen an Abfindungen erfolgreich einklagten, während die große Masse der Bevölkerung nach der Hyperinflation alle Rücklagen verloren hatte. 

Wie gelang es den Gegnern des Volksentscheids, einen Erfolg der Befürworter zu verhindern, obwohl vermutlich eine Mehrheit der Bevölkerung hinter diesem von KPD, SPD und Gewerkschaften getragenen Plebiszit stand? Worin unterschied sich Heilbronn von den umgebenden ländlichen Regionen? Welche Folgen hatte der Volksentscheid? Können wir daraus heute etwas lernen? 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Literaturhaus-Reihe „Blaue Stunde“ statt und wird von Literaturhausleiter Dr. Anton Knittel moderiert.

Tickets für 5 € unter: www.diginights.com/literaturhaus oder an der Abendkasse. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis zahlen gegen Vorlage eines gültigen Nachweises keinen Eintritt. Alle Ticketpreise zzg. Vvk-Gebühr. 

Prof. Dr. Thomas Schnabel, 1952 in Heilbronn geboren, studierte Geschichte, Deutsch und Politik an der Universität Freiburg im Breisgau und promovierte mit einer Arbeit über Württemberg zwischen Weimar und Bonn. Er war zunächst bei einem Familienverband tätig und arbeitete seit 1989 an der Vorbereitung der Eröffnung des von 2002 bis zu seiner Pensionierung 2018 von ihm geleiteten Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Er ist Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.