Kontrastansicht zur Hauptnavigation zum Hauptinhalt
0

Aktuelle Meldungen

Hier gelangen Sie zur Übersicht aller News

Kleist und Heilbronn

Bibliophiles Marbacher SPUREN-Heft von Literaturhausleiter Knittel

Heinrich von Kleists (1777–1811) berühmtes Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe“ verbindet den Dichter seit mehr als 200 Jahren auf besondere Weise mit der Stadt Heilbronn, die er selbst jedoch wohl nie besucht hat. Diese facettenreiche Verbindung beleuchtet Dr. Anton Knittel, Leiter des Literaturhauses Heilbronn, im aktuellen Heft „Kleist und Heilbronn“ der bibliophilen Reihe SPUREN der Marbacher Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten Baden-Württemberg.

Ausgehend von der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des „Käthchens von Heilbronn“ zeichnet Knittel nach, welche Spuren Kleists Schauspiel über rund 220 Jahre hinweg in Heilbronn hinterlassen hat. Das 1810 in Wien uraufgeführte Schauspiel gehört zu Kleists bekanntesten Werken. Einen fundierten Überblick über die Rezeptionsgeschichte bietet das Kleist-Archiv Sembdner (KLAS), dessen Grundlage die 1990 von der Stadt Heilbronn erworbene Arbeitsbibliothek des Stuttgarter Kleistforschers Helmut Sembdner bildet und das heute dem Literaturhaus Heilbronn angeschlossen ist. 

Das reich bebilderte SPRUREN-Heft nimmt nicht nur die zahlreichen Bearbeitungen des Schauspiels in den Blick, sondern auch die vielfältigen Erscheinungsformen des Käthchens in Heilbronn. Als Werbe- und Repräsentationsfigur wurde es immer wieder neu aufgegriffen und entwickelte dabei mitunter ein Eigenleben. Auch über die Stadtgrenzen hinaus spielt die Verbindung von Kleist und Heilbronn eine große Rolle, beispielsweise bei der 1988 geschlossenen Städtepartnerschaft zwischen Heilbronn und Kleists Geburtsstadt Frankfurt an der Oder. Es muss offenbleiben, was Kleist dazu bewogen hat, Heilbronn als Schauplatz seines Erfolgsstücks auszuwählen. Sicher ist jedoch, dass damit der Grundstein für eine bis heute andauernde Verbindung zwischen Kleist und Heilbronn gelegt wurde. Mit der Frage, wie diese Beziehung zu Kleist und die Käthchen-Tradition auch in der Zukunft das kulturelle Gedächtnis Heilbronns prägen werden, schließt das Heft. 

Die 16 Seiten umfassende Publikation ist unter anderem über den Buchhandel oder direkt über den Förderkreis des Literaturhauses im Literaturhaus am Trappensee für 4,50 Euro zu erhalten.