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Sterngedanken und Klageräume

Sonntag, 21. November: Musikalische Erinnerung an die Opfer der Shoa

Der Heilbronner Musiker Lothar Heinle erinnert am Sonntag, 21. November, 16 Uhr, im Literaturhaus Heilbronn musikalisch an die Opfer der Shoa. Im Rahmen der Reihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ versucht Heinle mit seinem Hörstück „sterngedanken/klageräume“ den fehlenden Worten angesichts des millionenfachen Mordes eine klangliche Hülle zu geben. Der Eintritt kostet fünf Euro, Tickets können unter https://diginights.com/literaturhaus gebucht werden.

Heinles Werk wurde am 31. Oktober 2020 im niedersächsischen Wendland uraufgeführt, unweit der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen. Der Heilbronner Künstler mischt darin Musik und Text, den er zum Teil live vorträgt. Darunter sind Gedichte, unter anderem von Nora Gomringer („Die Mädchen von Bergen-Belsen“), Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler („Mein blaues Klavier“). Die Texte werden abwechselnd mit oder zu elektronischen Klängen gelesen - darunter gibt es auch Originaltöne: etwa von Ruth Klüger und von Regisseur Billy Wilder, der als US-Soldat unter anderem in Deutschland einen Film über eine KZ-Befreiung gedreht hat.

Der Titel „sterngedanken/klageräume“ bezieht sich einerseits auf Berichte vieler KZ-Überlebender, die versucht haben, sich aus ihrer momentanen Lage gedanklich in andere Sphären wegzudenken. „Zum anderen bleiben heute an vielen Gedenkstätten für mich die ‚Klageräume‘ zurück“, sagt Heinle und zitiert den dänischen Dichter und Schriftsteller Hans Christian Andersen mit den Worten: „Musik spricht dort, wo Worte fehlen.“